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Dünger & Nährstoffe

Dünger Mischrechner: Nährlösung richtig anmischen

Das Anmischen einer Nährlösung ist nicht nur Dosieren – es ist Chemie. Die falsche Mischfolge kann zu Präzipitationen führen, die Nährstoffe blockieren, selbst wenn die EC stimmt. Dieser Guide zeigt die korrekte Reihenfolge, EC-Zielwerte pro Phase und häufige Fehler.

Die kritische Mischfolge: CalMag, Grow/Micro, dann Bloom

Die Reihenfolge ist nicht beliebig – sie verhindert chemische Ausfällungen, die Nährstoffe blockieren. Viele Anfänger verdöbeln dies und wundern sich, warum trotz korrekter EC trotzdem Mangelerscheinungen auftreten.

Schritt-für-Schritt Anmischen

  1. Wasser einfüllen – Reservoir zu etwa 70% mit gefiltertem oder destilliertem Wasser füllen. Kalkhaltiges Wasser wird später berücksichtigt.
  2. CalMag hinzufügen – Die berechnete Menge CalMag-Supplement einrühren. 5 Minuten warten, bis es vollständig gelöst ist. CalMag bindet Kalzium und Magnesium, die als Grundlage für alle anderen Nährstoffe wichtig sind.
  3. Grow/Micro-Dünger – Der A-Teil oder Wachstumsdünger (NPK meist 5-5-5 oder ähnlich) hinzugeben. 5-10 Minuten rühren, nicht schütteln. Dies sind Makronährstoffe mit großem Molekulargewicht.
  4. Bloom-Dünger – Der B-Teil oder Blütedünger (NPK meist 0-3-6 oder höher in K/P) zum Schluss. Bloom ist phosphor- und kaliumreich und kann mit Kalzium reagieren, wenn nicht richtig gelöst.
  5. Final fill-up – Mit Wasser auf 100% auffüllen. EC messen – sollte im Zielbereich sein.

Warum nicht schütteln? Turbulenzen und Luftblasen fördern Präzipitationen. Langsam rühren mit geringem Lufteintrag ist sicherer.

Warum Phosphat + Kalzium problematisch ist

Kalziumphosphat (Ca₃(PO₄)₂) ist schwerlöslich. Wenn beide gleichzeitig in hoher Konzentration vorliegen, fällt weißes Sediment aus – Nährstoffe sind dann nicht mehr verfügbar. Dasselbe gilt für Kalium + Phosphor in bestimmten pH-Bereichen. Die sequentielle Zugabe reduziert diese Risiken.

EC-Zielwerte nach Wachstumsphase

EC variiert je nach Kulturmethode, Genetik und Wachstumsphase. Diese Tabelle ist ein Startwert; beobachte deine Pflanzen und passe an.

Phase Woche EC Hydro EC Coco EC Erde Fokus
Keimling 1 0.5–0.8 0.7–1.0 0.0 (Erde hat Nährstoffe) Schwach düngen, Wurzelentwicklung
Vegetativ früh 2–3 0.9–1.2 1.1–1.4 0.2–0.5 Stickstoff für Blattwachstum
Vegetativ spät 4–5 1.2–1.5 1.4–1.7 0.5–0.8 Übergang zu Blüte, Mikroelemente
Blüte früh 6–8 1.5–1.9 1.7–2.0 0.8–1.2 Phosphor + Kalium, Knospenhärtung
Blüte Mitte 9–10 1.8–2.1 2.0–2.3 1.0–1.4 Maximale Aufnahme, Boron/Molybdän
Blüte spät (Flush-Phase) 11–12 1.0–1.4 1.2–1.6 0.4–0.8 Reduzierung, Nährstoffe abbauen

Anmerkungen:

Verdünnungsformeln und praktische Berechnungen

Du hast eine Mutter-Nährlösung mit EC 2.5 und brauchst EC 1.5? Hier ist die Verdünnungsformel:

Verdünnungsformel:

Mutter-EC × Volumen-Mutter = Ziel-EC × Gesamtvolumen

EC 2.5 × VMutter = EC 1.5 × 100L

VMutter = (1.5 × 100) / 2.5 = 60L

→ 60L Mutter-Lösung + 40L Wasser = 100L bei EC 1.5

Praktisches Beispiel: 50-Liter-Reservoir

EC nach Wasser-Verdunstung nachregeln

Während des Wachstums verdunstet Wasser, die EC steigt. Nicht mit Nährlösung nachfüllen – immer nur mit Wasser! Beispiel:

Häufige Mischfehler und ihre Folgen

1. Bloom-Dünger zuerst zugeben

Fehler: Manche gießen den Bloom-Part (Phosphor/Kalium) gleich nach dem CalMag rein.

Folge: Präzipitation von Kalziumphossphat (weißes Sediment). Die Nährstoffe sind gebunden, nicht verfügbar. Pflanze zeigt Kalziummangel, obwohl EC passt.

Symptome: Braune Blattspitzen, gehemmtes Wachstum, Verformungen an jungen Blättern.

2. Zu hohe EC von Anfang an

Fehler: Neulinge überdosieren: EC 2.0 im ersten Wachstumsstadium.

Folge: Wurzelbrand, Osmotischer Stress, langsames Wachstum. Junge Pflanzen können Salzmengen nicht verarbeiten.

Symptome: Trauernde Blätter, violette/orange Färbung, gehemmtes Längenwachstum.

3. Schütteln statt rühren

Fehler: Behälter schütteln, um Dünger zu lösen.

Folge: Luftblasen und Turbulenzen fördern Präzipitationen. Chemische Bindungen werden gestört.

Symptomen: Trübe Lösung, Sediment auf Tankboden, schlechte Nährstoffverfügbarkeit.

4. Wasser-Qualität ignorieren

Fehler: Hartes Leitungswasser direkt verwenden, ohne EC zu messen.

Folge: Unerwartete EC-Werte, Kalzium-Überschuss, Magnesium-Antagonismus.

Symptome: Magnesium-Mangel (Blattaderung), obwohl Mag-Dünger zugegeben wurde.

Lösung: Leitungswasser EC messen (z.B. 0.3 EC). Dann von diesem Wert aus berechnen.

5. EC nicht regelmäßig prüfen

Fehler: Nach dem ersten Mischen nicht wieder messen.

Folge: EC steigt durch Verdunstung, Nährstoffe konzentrieren sich, später Toxizität.

Tipp: Alle 2–3 Tage messen, Wasser nachfüllen, nicht Nährlösung.

Praxis-Tipps für stabiles Mischen und Management

Checkliste zum Anmischen

  1. EC-Meter kalibrieren (2-Punkt-Kalibrierung mit 1.4 und 7.0 Standard-Lösung)
  2. Wasser zu 70% einfüllen
  3. CalMag gemäß Dosierung hinzufügen → 5 Min. warten
  4. Grow-Dünger → 5-10 Min. rühren
  5. Bloom-Dünger → 5-10 Min. rühren
  6. Mit Wasser auffüllen auf 100%
  7. EC und pH messen → dokumentieren
  8. Nach 2–3 Stunden erneut EC prüfen (sollte stabil sein)

EC-Monitoring während Anbau

Wasser-Qualität vor Gebrauch

Wasser-Typ EC vor Düngen Empfehlung
Destilliert / RO 0.0–0.05 Ideal, vollständige Kontrolle
Weiches Leitungswasser 0.1–0.3 Gut, leichte Anpassung nötig
Hartes Leitungswasser 0.3–0.6 Vorsicht, Kalzium berücksichtigen
Sehr hartes Wasser (>0.6) >0.6 RO-Filter erwägen oder Destillation

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Nährstoffe selbst mischen?

Theoretisch ja, praktisch nein. Du brauchst Chemikalien (Kaliumnitrat, Monokaliumphossphat, Kalziumnitrat etc.) in Pharma-Qualität, eine Laborwaage und exaktes Wissen. Fertig-Dünger sind kostengünstiger und haben stabilere Formeln. Nicht empfohlen für Anfänger.

Wie lange hält eine angemischte Nährlösung?

In einem geschlossenen, dunklen Behälter: Wochen bis Monate. In einem offenen Reservoir mit Licht und Algen: 1–2 Wochen, dann Bakterienwachstum und Nährstoff-Umlagerung. Dunkelheit und Belüftung sind wichtig.

Ist ein 1:1:1-Verhältnis (NPK 1:1:1) gut?

Nein, das ist ein Mythos. Cannabis braucht in Vegetativ mehr Stickstoff (N > P/K), in Blüte mehr Phosphor/Kalium (P/K > N). Standard-Formeln sind NPK 5-5-5 (Veg) oder 1-3-6 (Blüte). Diese Verhältnisse sind jahrelang optimiert.

Muss ich pH regulieren nach dem Mischen?

Nicht immer. Gute Nährstoffe puffern den pH zu 5.5–6.5 für Hydro und 6.0–7.0 für Erde. Wenn pH wild schwankt, ist meist die Wasser-Qualität das Problem (zu hartes Wasser) oder die Dosierung falsch.

Was bedeutet „weiße Trübung" im Nährstofftank?

Ausfällungen (Präzipitate). Kalziumphossphat, Magnesium-Komplexe oder Algensporen. Nicht mehr verwenden – filtern oder Tank spülen. Ursache: Falsche Mischfolge oder zu hohe EC + lange Lagerdauer.

Kann ich mehrere Puffer (CalMag, Boron, Molybdän) gleichzeitig zugeben?

Nein, nicht ratsam. CalMag ist Basis (Kalzium/Magnesium-Verhältnis 4:1 oder 3:1). Mikronährstoffe (Boron, Molybdän, Kobalt) sollten im Grow-Dünger enthalten sein oder separat, aber einzeln, zugegeben werden – immer mit Wartezeit.