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Nährstoffe

Nährlösung anmischen: EC-Aufbau und Reihenfolge

Die richtige Anmischung einer Nährlösung ist Grundlage für stabiles Wachstum. Kleine Fehler in der Reihenfolge oder beim pH führen zu Ausfällungen, Nährstoff-Lockout oder pH-Drift. Dieser Leitfaden zeigt den Schritt-für-Schritt-Prozess, EC-Zielwerte je Phase und häufige Fehler, die Sie vermeiden sollten.

EC-Zielwerte über Anbauzyklus: Liniendiagramm Coco, Erde, DWC über 16 Wochen
EC-Zielkurven: Coco (grün), Erde (blau), DWC (lila) über 16 Wochen. Von Sämling bis Flush mit Phasenbeschriftung.

Grundprinzipien

Ionenantagonismen verstehen

Nährstoffe sind Ionen. Manche Ionen können in hoher Konzentration zusammen Salze bilden und ausfallen:

Die richtige Reihenfolge und die richtige Verdünnung minimieren diese Risiken.

Warum Verdünnung wichtig ist

Konzentrate haben extrem hohe Ionenkonzentrationen. Wenn Sie zwei Konzentrate direkt vermischen (Teil A + Teil B), können lokale Konzentrationen so hoch werden, dass Ausfällung augenblicklich passiert. Mit Wasser verdünnen entschärft das.

Goldene Regel: Nie Konzentrate direkt vermischen. Immer mit Wasser verdünnen.

Schritt-für-Schritt Reihenfolge

Schritt 1: Behälter und Wasser-Qualität prüfen

Schritt 2: Reservoir zu 80% füllen

Wasser sollte Zimmertemperatur haben (17–22 °C). Nicht zu kaltes Wasser verwenden — die Aufnahme ist temperaturabhängig. 80% bedeutet Platz für Zusätze und Rühren.

Schritt 3: CalMag/Calcium-Komponente

CalMag ZUERST hinzufügen, noch bevor NPK-Dünger kommt. CalMag beträgt meist 1–2 mL/L. Gründlich rühren, bis keine Wolken mehr sichtbar sind.

Schritt 4: pH-Puffer (optional, aber empfohlen)

Wenn Sie ein 2-teiliges System ohne Puffer verwenden, können Sie hier schon einen Puffer hinzufügen (z.B. alkalische Puffer wie K₂CO₃). Dies stabilisiert den pH später.

Schritt 5: Teil A (NPK-Komponente)

Das ist meist die größte Dosierungsmenge. Teil A wird nach CalMag in das Wasser eingegeben und gründlich gerührt.

Schritt 6: Teil B (Mikronährstoffe und Schwefel)

Nach Teil A noch mindestens 1–2 Minuten rühren, DANN Teil B hinzufügen. Teil B hat oft hohe Eisenkonzentrationen und könnte mit Teil A ausfallen, wenn nicht verdünnt.

Schritt 7: Additive (optional)

Alle zusätzlichen Supplements (Bioaktivator, Algenextrakt, Hormone) am Ende hinzufügen, nach mindestens 2 Minuten Rühren.

Schritt 8: pH einstellen

JETZT erst pH messen und einstellen. Der pH driftet oft um 0,3–0,5 beim Düngerzusatz. pH-Up oder pH-Down verwenden bis zum Zielwert erreicht.

Schritt 9: EC messen und finalisieren

Nach pH auf Zielwert korrigiert: EC messen. Sollte im Zielbereich sein. Falls EC zu niedrig: 0,1–0,2 hochfahren durch mehr Basisdünger (nicht überkorrigieren!).

Praxis-Tipp: Nutzen Sie einen Rührer oder Magnet-Rührer. Manuelles Rühren führt zu Auslassungen und Luftblasen.

Mischungsreihenfolge ist entscheidend: Ablauf für stabile Nährlösungen
Nährstoffe immer in dieser Reihenfolge ins Wasser geben, um Ausfällungen zu verhindern: (1) Behälter mit umkehrosmosiertem oder weichem Wasser füllen, (2) CalMag zugeben und rühren, (3) Basisdünger Teil A zugeben (oder kombinierten Basisdünger), (4) Teil B zugeben, (5) Booster und Additive zugeben, (6) Zuletzt pH einstellen. Konzentrate niemals unverdünnt mischen — Calcium und Sulfat fallen sofort aus. Wenn die Lösung nach dem Mischen trüb wird, neu ansetzen.

EC-Zielwerte je Wachstumsphase

Phase EC-Bereich (mS/cm) Typische Dünger-Dosierung Runoff-EC Ziel
Klon / Sämling 0,6–0,8 1 mL/L (1/4 Standard) 0,4–0,6
Frühe Vegetation (Wo. 1–3) 1,0–1,2 2 mL/L (1/2 Standard) 0,7–0,9
Vegetation (Wo. 4–6) 1,2–1,6 4 mL/L (Standard) 0,9–1,2
Blüten-Übergang (Stretch) 1,3–1,7 4–5 mL/L (mit Blüte-Dünger) 1,0–1,3
Frühe Blüte (Wo. 1–3) 1,4–1,8 5 mL/L (Blüte-Dünger) 1,1–1,5
Mittlere Blüte (Wo. 4–6) 1,6–2,0 6 mL/L (mit PK-Booster optional) 1,3–1,8
Späte Blüte (Wo. 7+) 1,4–1,8 4–5 mL/L (weniger PK) 1,1–1,5
Spülen (Final) <0,3 Kein Dünger, nur Wasser <0,3

Diese Werte gelten für hochwertige Blüte-Dünger. Billig-Dünger können niedrigere oder höhere Ziele brauchen.

pH-Einstellung und Messung

Zielwerte je Substrat

pH-Messung durchführen

pH-Anpassung

Wichtig: Überkalibrieren Sie Ihr pH-Meter nicht. Eine Einmal-Kalibrierung pro Woche reicht. Tägliche Kalibrierung verschleiß die Membran.

Ausfällungsrisiken und Fehlervermeidung

Ausfällungs-Risiko Ursache Prävention Symptom im Reservoir
Gips (CaSO₄) Zu viel Ca + SO₄ direkt gemischt CalMag ZUERST, dann NPK mit Verzögerung Weiße Wolken, die sich langsam senken
Phosphat-Präzipitate Ca²⁺ + PO₄³⁻ in hoher Konzentration Teil A und B separat mit Wasser verdünnen Trübung, milchig
Eisen-Hydroxid Zu hoher pH (>6,5) nach Eisenzusatz pH vor Teil B einstellen auf 5,8–6,0 Rötliche oder braune Ausfällung
Magnesium-Hydroxid pH über 7,0 nach Mg-Zusatz pH unter 6,2 halten, besonders bei Mg Weiße Ausfällung, sieht watteartig aus

Häufige Anmisch-Fehler

Praxis-Tipp: Falls Sie trotzdem eine Ausfällung sehen: NICHT verwenden. Filterte Lösung nutzen oder neu anmischen. Die Ausfällungen blockieren EC-Messer und Sensoren.

Häufige Fragen

Was ist die richtige Reihenfolge beim Anmischen?

1. Wasser zu 80%, 2. CalMag, 3. pH-Puffer (optional), 4. Teil A (NPK), 5. Teil B (Mikro), 6. Additive, 7. pH einstellen, 8. EC messen.

Warum keine direkte Konzentrat-Mischung?

Konzentrate haben sehr hohe Ionenkonzentrationen. Direkte Mischung führt zu lokalen Übersättigungen und Ausfällung. Mit Wasser verdünnen entschärft das.

Welche EC-Zielwerte je Phase?

Klon: 0,6–0,8 | Veg: 1,2–1,6 | Frühe Blüte: 1,4–1,8 | Späte Blüte: 1,8–2,2 | Spülen: <0,3

Wie oft sollte ich pH einstellen?

pH NACH allen Nährstoffen einstellen. Der pH driftet oft um 0,3–0,5 beim Dünger-Zusatz. Dann erst auf Zielwert korrigieren.

Was tun bei hartem Leitungswasser?

EC des Rohwassers messen. Bei >150 ppm schon Kalk vorhanden — CalMag entsprechend reduzieren oder mit Regenwasser verdünnen.

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