NÄHRSTOFFE & DÜNGER
Cannabis Nährstoffplan erstellen: EC-Tabelle und Phasenplan für alle Substrate
Ein strukturierter Cannabis Nährstoffplan ist die Grundlage für gesundes Wachstum und optimale Erträge. Mit den richtigen EC-Werten und NPK-Verhältnissen pro Wachstumsphase vermeiden Sie Mangelsymptome und Überversorgung. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie einen Nährstoffplan von Grund auf erstellen – mit praktischen Tabellen für Coco, Erde und Hydroponik.
Warum ein strukturierter Cannabis Nährstoffplan den Ertrag verbessert
Cannabis benötigt während der verschiedenen Wachstumsphasen unterschiedliche Nährstoffverhältnisse. Eine Ad-hoc-Düngung führt zu Schwankungen, die Stress verursachen und Erträge senken. Ein strukturierter Plan ermöglicht präzise Dosierung, reproduzierbare Ergebnisse und frühe Diagnose von Problemen. Professionelle Grower arbeiten mit schriftlichen Plänen – und genau darum sollten Sie es auch tun.
Die Idee hinter einem Nährstoffplan ist einfach: Jede Wachstumsphase hat optimal unterschiedliche Anforderungen an Stickstoff, Phosphor und Kalium. In der Vegetationsphase liegt der Fokus auf Stammwachstum und Blattmasse – daher ist Stickstoff dominant. In der Blütephase verlagert sich die Pflanze zu Reproduktion und Zellwandstabilität – hier werden Phosphor und Kalium wichtiger. Ein guter Nährstoffplan orchestriert diese Übergänge statt sie zu ignorieren.
Kernprinzip: Ein Nährstoffplan ist nicht starr – er ist ein Framework, das Sie testen, messen und anpassen. Die besten Grower dokumentieren alles und verbessern ihre Pläne über mehrere Ernten hinweg.
Darüber hinaus hilft ein schriftlicher Nährstoffplan bei der Fehlersuche. Wenn Sie Mangelsymptome sehen, können Sie schnell nachschlagen, ob die Dosierung der aktuellen Phase korrekt war – oder ob eine Anpassung nötig ist. Ohne Plan raten Sie im Dunkeln.
NPK-Verhältnis je Wachstumsphase: Tabelle für Veg, Früh- und Spätblüte
NPK steht für die drei Makronährstoffe Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Ihr Verhältnis bestimmt den Charakter eines Düngers. Cannabis benötigt in verschiedenen Phasen unterschiedliche NPK-Verhältnisse – ein universeller 10:10:10-Dünger ist oft nicht ideal für alle Phasen.
| Wachstumsphase | Typisches NPK-Verhältnis | Fokus und Besonderheiten |
|---|---|---|
| Sämling (Woche 1-2) | 6:3:3 oder schwach gedüngt | Minimale Nährstoffe – junge Pflanzen sind empfindlich. Oft reicht nur Wasser. |
| Vegetationsphase (Woche 3-8) | 10:5:5 oder höher | Stickstoff dominant – fördert Stamm-, Blatt- und Wurzelwachstum. N sollte 50-60% der Makronährstoffe ausmachen. |
| Übergang (Lichtwechsel, 1-2 Wochen) | 8:7:7 oder Übergangsdünger | Sanfte Reduktion von N, Anstieg von P/K. Manche Grower nutzen einen speziellen Übergangsdünger, andere reduzieren graduell. |
| Frühe Blüte (Woche 1-3) | 5:10:9 oder 4:10:10 | Blütebooster-Verhältnis – Phosphor und Kalium dominieren. N wird deutlich reduziert, um Überversorgung zu vermeiden. |
| Mittlere bis späte Blüte (Woche 4-7) | 4:8:8 oder 5:8:7 | P/K bleiben hoch, N wird weiter reduziert. Mikronährstoffe (Mg, Ca) sind in dieser Phase oft critical. |
| Späte Blüte & Ausreifung (Woche 8+) | 2:6:8 oder noch niedriger | Minimales N, K wird teilweise wieder erhöht. Manche Grower nutzen Laugenspülung (nur K) in den letzten Tagen. |
Praxis-Tipp: Überprüfen Sie die Düngerflaschenangaben in Ihrem System. Gute Dünger-Hersteller bieten bereits phasenstabilisierte Produkte (Veg und Flower). Wenn Ihr Dünger fixes NPK-Verhältnis hat, müssen Sie zwischen zwei Produkten wechseln oder mischen.
Ein häufiger Fehler ist, den N-Gehalt in der Blüte nicht ausreichend zu senken. Cannabis, das zu viel Stickstoff in der Blüte erhält, verzögert die Reife, produziert weniger kompakte Blüten und hat schlechtere Geschmacksqualität. Umgekehrt führt zu wenig N zu Blattvergilbung und reduzierten Erträgen.
EC-Werte Cannabis: Richtwerte für Coco, Erde und DWC im Vergleich
Die EC (Electrical Conductivity) misst die Leitfähigkeit der Nährlösung und gibt an, wie viele gelöste Salze darin enthalten sind. EC ist das numerische Werkzeug, mit dem Sie Ihre Nährstoffmenge kontrollieren – nicht die Flaschenangaben, sondern die tatsächliche gemessene EC.
| Phase | Coco-Anbau | Erdanbau | Hydroponik (DWC) |
|---|---|---|---|
| Sämling (1-2 Wochen) | 0,4–0,6 | 0,2–0,4 | 0,3–0,5 |
| Vegetationsphase | 1,0–1,4 | 0,8–1,2 | 1,0–1,6 |
| Frühe Blüte | 1,2–1,6 | 1,0–1,4 | 1,3–1,8 |
| Mittlere Blüte | 1,2–1,6 | 1,0–1,3 | 1,2–1,7 |
| Späte Blüte (Wochen 7-8) | 0,8–1,2 | 0,6–1,0 | 0,8–1,3 |
| Flush (letzte 2 Wochen) | 0,2–0,5 | 0,2–0,4 | 0,2–0,5 |
Warum unterscheiden sich die EC-Werte zwischen den Substraten? Coco und Hydroponik sind inerte Medien – es gibt keine Pufferwirkung wie in Erde. Die Pflanzen sind daher auf die genaue Lösung angewiesen und können höhere EC-Werte tolerieren. Erde enthält organisches Material und Bodenleben, die Nährstoffe puffern – zu hohe EC kann hier zu Salzverbrennungen führen.
Eine praktische Regel: Messen Sie die EC Ihrer Inputlösung (das, was Sie in den Pot gießen) und später die EC des Runoff-Wassers. Ein Runoff-EC, der deutlich höher ist als die Input-EC, signalisiert Salzansammlung im Substrat. Dann sollten Sie mit reinem Wasser spülen.
Nährstoffplan Schritt für Schritt aufbauen
Ein funktionierender Nährstoffplan wird in vier einfachen Schritten aufgebaut. Folgen Sie dieser Methode, um Ihren eigenen Plan zu erstellen:
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Schritt 1: Substrat und Dünger wählen
Entscheiden Sie zunächst, mit welchem Substrat Sie arbeiten (Coco, Erde oder Hydroponik) und wählen Sie einen Dünger aus, der für dieses Substrat optimiert ist. Coco-Dünger sind normalerweise konzipiert, um höhere EC zu vertragen. Erd-Dünger sind oft schwächer dosiert. Hydroponik-Dünger sind präzise ausgewogen für optimale Nährstoffaufnahme. Überprüfen Sie die Flaschenetiketten auf das NPK-Verhältnis.
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Schritt 2: Basis-EC-Werte für jede Phase definieren
Nutzen Sie die Tabelle oben, um EC-Zielbereiche für Ihre Sorte und Ihr Substrat zu wählen. Ein guter Ausgangspunkt: Vegetationsphase 1,2 EC (Coco), Frühe Blüte 1,4 EC, Späte Blüte 1,0 EC. Notieren Sie diese Werte auf einem Blatt oder in einer Tabelle – dies wird Ihr Referenzrahmen.
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Schritt 3: Dünger-Menge berechnen und kalibrieren
Jeder Dünger hat unterschiedliche Konzentration. Der Hersteller gibt an, wie viel mL pro Liter Wasser nötig ist, um eine bestimmte EC zu erreichen (oder der EC-Anstieg pro mL). Beispiel: „1 mL A + 1 mL B pro Liter erhöht EC um 0,4." Starten Sie mit der Dosierung, die 80% Ihrer Ziel-EC erreicht, und erhöhen Sie schrittweise. Messung ist wichtig – kaufen Sie einen EC-Meter (günstig und essentiell).
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Schritt 4: Dokumentieren, beobachten und anpassen
Führen Sie ein Grow-Logbuch (siehe Grow-Logbuch und Datenerfassung). Notieren Sie täglich die Input-EC, den Runoff-EC, pH und visuellen Zustand der Pflanzen. Nach 2-3 Wochen sehen Sie ein Muster: Steigt die Runoff-EC an, waren Sie zu generös mit Nährstoffen. Sinkt sie, können Sie erhöhen. Diese Daten werden Gold – dokumentieren Sie mehrere Ernten, und Sie entwickeln ein persönliches Meisterwerk.
Professioneller Tipp: Manche Grower arbeiten mit Zielgrößen für Runoff-EC (z.B. Input 1,4 EC, Runoff sollte 1,6-1,8 sein). Das signalisiert, dass die Pflanze aktiv nährt. Runoff deutlich über 2,0 = zu viel Salz, Runoff unter Input = Überaufnahme, möglicherweise droht Mangel.
Häufige Fehler beim Düngeplan und wie Sie sie vermeiden
Viele Anfänger machen ähnliche Fehler. Hier sind die häufigsten – und wie Sie sie vermeiden:
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Fehler 1: Nicht zwischen Veg und Blüte wechseln
Manche Grower düngen durchgehend mit dem gleichen Produkt. Das führt zu N-Überfluss in der Blüte und schlechter Blütenqualität. Planen Sie einen Dünge-Wechsel für die erste Woche nach Lichtzyklus-Wechsel ein. Bei Autoflowern: Wechsel in etwa Woche 4-5.
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Fehler 2: Zu hohe EC starten und nicht anpassen
Eine häufige Reaktion auf Anfänger-Mangelsymptome ist, die EC zu erhöhen. Das macht es oft schlimmer. Starten Sie konservativ (80% Ziel-EC) und erhöhen Sie langsam basierend auf Pflanzenzustand und Runoff-Messungen. Springen Sie nicht um 0,5 EC auf einmal.
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Fehler 3: Kein EC-Meter verwenden
Dies ist fatal. Ohne EC-Messung arbeiten Sie blind. EC-Meter kosten 20-50 EUR und ersparen Ihnen hunderte von EUR in verlorenen Ernten. Kaufen Sie einen digitalen Meter und kalibrieren Sie ihn monatlich.
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Fehler 4: Zu lange kein Nährstoffwechsel in der Spätblüte
Wenn Sie die Flush-Phase zu kurz halten (z.B. 2-3 Tage statt 7-14), werden Rückstände in der Blüte nicht ausgewaschen. Das führt zu schlechterer Verbrennungsqualität und unwillkommenen Geschmacksnoten.
Flush-Phase und Auswaschung vor der Ernte richtig planen
Die Flush-Phase ist eine 7-14-tägige Periode kurz vor der Ernte, in der Sie nur noch reines Wasser gießen – ohne Nährstoffe. Ziel ist es, Restnährstoffe aus dem Substrat auszuwaschen, damit die Blüte sauber abbrennt und besseren Geschmack hat. Ohne Flush enthalten die Blüten noch Salzreste, die zu hartem Rauch und schlechtem Geschmack führen.
Timing: Starten Sie die Flush-Phase etwa 10-14 Tage vor dem geplanten Ernstedatum (auf Basis von Trichom-Färbung – siehe Erntezeitpunkt und Trichome). Das ist in der Regel Blüte-Woche 7 oder 8 bei 8-10 Wochen Blütedauer.
Flush-Protokoll: Gießen Sie mit pH-eingestelltem Wasser (pH 6,0-6,5 für Coco, 6,5-7,0 für Erde). Die Menge sollte etwa 2-3x des Substrat-Volumens sein, um sicherzustellen, dass wirklich ausgespült wird. Viele Grower führen zwei Durchläufe durch: Tag 1 großzügig spülen, Tag 3-5 noch mal spülen. Der Runoff-EC sollte nach dem Flush auf 0,3-0,5 sinken.
Praxis-Tipp: Manche moderne Grower verkürzen den Flush auf 3-5 Tage, wenn sie genaue EC-Kontrolle haben. Anfänger sollten bei 10-14 Tagen bleiben – das ist die sichere Variante und kostet weniger.
Nährstoffplan anpassen: Pflanzensignale richtig lesen
Ein gedruckter Nährstoffplan ist ein Ausgangspunkt, keine Vorschrift. Cannabis-Pflanzen kommunizieren ihren tatsächlichen Bedarf über Blattbild, Wachstumsrate und Run-off-Daten. Diese Signale zu erkennen und den Plan entsprechend anzupassen, ist das Kennzeichen erfahrener Grower.
| Pflanzensignal | Wahrscheinliche Ursache | Plan-Anpassung |
|---|---|---|
| Dunkelgrüne, klauenartige Blätter (Stickstoff-Claw) | N-Toxizität oder zu hoher EC | Gesamt-EC um 0,3–0,5 reduzieren, N-Anteil senken |
| Helles Neuwachstum, Vergilbung von unten nach oben | N-Mangel oder pH-Blockade | Zuerst pH prüfen; bei korrektem pH N erhöhen |
| Violette Stiele ohne Kälteeinwirkung | P- oder Mg-Mangel | PK-Basis erhöhen, CalMag zugeben |
| Braune Blattspitzen an älteren Blättern | K-Überschuss oder Ca/Mg-Konkurrenz | EC reduzieren, Ca:Mg:K-Verhältnis prüfen |
| Intervenal-Chlorose an mittleren Blättern | Mg- oder Fe-Mangel | MgSO4 als Blattspray, pH prüfen (Fe sperrt unter 5,8) |
| Schnelles Wachstum mit großen Internodienlücken | Zu wenig DLI oder N-Überschuss | PPFD erhöhen; N leicht reduzieren |
Wochenweiser Nährstoffplan: Praktische EC-Zielwerte
Die folgenden EC-Zielwerte bieten einen universellen Startrahmen. Passen Sie ihn anhand des Run-off-ECs (Ziel: ±0,3 des Zufuhr-ECs) und sichtbarer Pflanzensignale an. Dieser Plan geht von Coco-Substrat mit täglicher oder nahezu täglicher Bewässerung aus. Erdegrower sollten die EC-Werte durchgehend um 0,2–0,4 senken.
| Woche | Phase | Zufuhr-EC (Coco) | N:P:K-Fokus | Schlüssel-Zusatz |
|---|---|---|---|---|
| 1–2 | Sämling | 0,6–0,8 | Hohes N, niedriges PK | Leichtes CalMag |
| 3–5 | Vegetation | 1,2–1,6 | Hohes N, mittleres PK | CalMag, Silizium optional |
| 6–7 | Übergang | 1,4–1,8 | Mittleres N, steigendes PK | PK-Booster beginnen |
| 8–11 | Hauptblüte | 1,6–2,0 | Niedriges N, hohes PK | PK-Boost, Aminosäuren |
| 12–13 | Spülung / Finish | 0,4–0,6 | Minimal | Klares Wasser oder Flush-Mittel |
So wenden Sie diesen Plan in der Praxis an
Wochenzahlen sind Richtwerte – passen Sie sie an Ihre Sorte und Wachstumsgeschwindigkeit an. Schnellwüchsige Sativas können ab Woche 5 zur Blüte übergehen; kompakte Indicas bleiben vielleicht bis Woche 8 in der Vegetation. Nutzen Sie das sichtbare Wachstumsstadium (nicht nur den Wochenzähler) als Orientierung.
Die aufgeführten EC-Werte sind Zufuhr-EC, das, was Sie dem Substrat zuführen. Überwachen Sie den Runoff-EC genau: Überschreitet er den Zufuhr-EC um mehr als 0,4, füttern Sie zu aggressiv. Sinkt der Runoff-EC unter den Zufuhr-EC, wird das Substrat verbraucht – erhöhen Sie die Fütterungsstärke oder gießen Sie häufiger.
Übergangswoche-Strategie
Die Übergangswochen (6–7) sind entscheidend. Einige Grower machen einen harten Wechsel zum Blüte-Dünger; andere bevorzugen einen schrittweisen Übergang. Schrittweise ist sicherer: Reduzieren Sie über 3–5 Tage langsam den Veg-Dünger und führen Sie den Blüte-Dünger ein. Dies verhindert Schock und Nährstoff-Blockade. Beobachten Sie vorübergehende Blattvergilbung während des Übergangs – sie ist oft harmlos, aber wenn sie sich schnell ausbreitet, war Ihr Übergang zu aggressiv.
Sämlingsphase-EC-Management – warum leichte Düngung entscheidend ist
Wochen 1–2 erfordern besondere Vorsicht. Sämlinge haben kleine Wurzelsysteme und niedrige Stoffwechselkapazität. Überfütterung in dieser Phase verursacht Keimblatt-Verbrennung und verzögertes Wachstum. Viele erfolgreiche Grower verwenden nur 0,6 EC mit klarem Wasser und einer winzigen Menge CalMag, oder nutzen sämlingsgerechte Nährstoff-Formulierungen. Die Investition von 2–3 Tagen extra leichter Düngung zahlt sich in robustem frühen Wachstum und weniger Mangelsymptomen später aus.
Spülphase-EC-Ziele und Nährstoff-Auswaschung
Die Endspülung (Wochen 12–13) ist nicht nur niedriges EC – sie ist typischerweise eine komplette Nährstoff-Auswaschungsphase. EC von 0,4 bis 0,6 bedeutet minimale Salzkonzentration in der Lösung, mit den meisten Anwendungen nur pH-eingestelltem Wasser. Manche Grower geben ein kommerzielles „Flush"-Produkt hinzu, das hauptsächlich Chelat-Mikronährstoffe und Zucker enthält, um der Pflanze zu helfen, verbleibende Nährstoffe aus den Geweben zu mobilisieren. Das Ziel sind sauberer brennend Blüten mit minimalem Nährstoff-Rückstand.
Hauptblüte-Peak-Düngung (Wochen 8–10): Ertragsfenster maximal
Wochen 8–10 sind das kritische ertragsbestimmende Fenster. Blüten wachsen und Harzproduktion ist auf Maximum. Das ist, wenn Sie EC auf Höchstwert (1,6–2,0 für Coco) mit maximalem PK und unterstützenden Mikronährstoffen haben möchten. Allerdings: Das ist auch, wo viele Grower überfüttern. Überwachen Sie Runoff-EC genau: Überschreitet sie 2,2–2,4, reduzieren Sie leicht. Ein gängiger professioneller Ansatz: Run-off-EC von 1,8–2,0 anstreben, wenn Input 1,8 ist — das signalisiert aktive Düngung ohne Ansammlung.
Mikronährstoff-Überlegungen während des gesamten Zyklus
Während dieser Plan sich auf NPK und EC konzentriert, vergessen Sie nicht unterstützende Mikronährstoffe: Calcium, Magnesium, Eisen, Mangan, Zink, Bor, Molybdän. Die meisten kommerziellen Zwei- oder Drei-Teile-Nährstoffe enthalten diese, aber Coco-Grower müssen immer CalMag hinzufügen – es ist unverhandelbar. In hydroponischen Systemen können manche Grower CalMag leicht reduzieren; in Coco, verwenden Sie es mit empfohlener Dosierung während des gesamten Zyklus. Mikronährstoff-Mangel wird ab Woche 4–5 Blüte sichtbar; dann ist es zu spät zum Korrigieren ohne Ertragsverlust.
Überwachung und Echtzeit-Anpassung
Dieser Plan ist ein Startpunkt, keine starre Formel. Professionelle Grower prüfen täglich Runoff-EC und passen innerhalb von 24–48 Stunden an, falls nötig. Springt Runoff-EC plötzlich hoch, reduzieren Sie Fütterungsstärke. Fällt Runoff-EC unter Input-EC, erhöhen Sie Stärke. Dieses aktive Management ist, was konsistente Erträge von chaotischen unterscheidet. Nach 2–3 Zyklen entwickeln Sie Gespür, aber stützen Sie es immer auf Messungen. Denken Sie daran: Daten lügen nicht – folgen Sie Ihrem EC-Meter, nicht allein Ihrer Intuition.
Zusammenfassung: Wochenweiser Nährstoffplan zur Ertragssteigerung
Ein strukturierter Plan ist der Unterschied zwischen Erfolg und Rückschlag. Mit den EC-Zielwerten und NPK-Richtlinien aus dieser Anleitung haben Sie sofort ein Framework, das funktioniert. Messen Sie, dokumentieren Sie, passen Sie an – die drei Säulen der professionellen Anbautechnik.
Häufige Fragen zu Cannabis Nährstoffplan
Wie viel EC braucht Cannabis in der Vegetationsphase und Blüte?
Cannabis in der Vegetationsphase benötigt EC-Werte zwischen 1,0 und 1,4 (abhängig von Sorte und Substrat). In der Blütephase sollten die EC-Werte auf 1,2 bis 1,6 erhöht werden – je näher die Ernte, desto niedriger (späte Blüte 0,8-1,2 EC). Die genauen Werte hängen vom Substrat ab: Coco verträgt höhere EC als Erde. Messen Sie immer mit einem EC-Meter nach, nicht die Flaschenangaben.
Was bedeutet NPK für Cannabis und warum ändern sich die Verhältnisse zwischen den Phasen?
NPK steht für Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) – die drei Hauptnährstoffe. In der Vegetationsphase benötigt Cannabis viel Stickstoff (N) für Blatt- und Stammwachstum, daher ist ein 10:5:5-Verhältnis ideal. In der Blütephase verlagert sich die Pflanze zu Reproduktion und Blütenentwicklung – hier werden Phosphor und Kalium wichtiger (z.B. 5:10:9-Verhältnis). Ein zu hohes N in der Blüte führt zu langsamer Reife und schlechterer Blütenqualität.
Wann sollte ich mit Blüte-Dünger (Blütebooster) anfangen?
Mit dem Düngewechsel zur Blüte sollten Sie beginnen, sobald Sie den Lichtzyklus auf 12/12 Stunden umgestellt haben und die ersten Blütenansätze sichtbar sind (meist 7-14 Tage nach Lichtzyklus-Wechsel). Bei Autoflowern beginnt die Blütephase biologisch etwa in Woche 4-5, dann können Sie wechseln. Ein sanfter Übergang (schrittweise Reduktion des Veg-Düngers über 1-2 Wochen) ist besser als radikaler Wechsel.
Wie lange vor der Ernte sollte ich aufhören zu düngen (Flush)?
Eine Flush-Phase von 7-14 Tagen ist Standard. Starten Sie die Flush etwa 10-14 Tage vor dem Ernstedatum (bestimmt durch Trichom-Färbung). In dieser Zeit gießen Sie nur noch mit pH-eingestelltem Wasser, ohne Nährstoffe. Dies wäscht Nährstoffreste aus dem Substrat aus und verbessert den Geschmack und die Verbrennungsqualität der Blüten erheblich. Mit Flush: heller, geschmacklich besser. Ohne Flush: dunkler, harscher Rauch.
Brauche ich Calcium und Magnesium (CalMag) extra zum Nährstoffplan?
In Coco-Substraten ist CalMag-Zugabe fast immer notwendig. Coco bindet Calcium und Magnesium aus der Nährlösung und macht sie für Pflanzen weniger verfügbar – daher ist 2-5 mL CalMag-Supplement pro Liter sinnvoll. Bei Erde hängt es ab: Gute Universaldünger enthalten bereits CalMag, aber es schadet nicht, eine kleine Menge extra zu geben. Mangelsymptome: gesäumte Blätter (Mg-Mangel), Stängelverfärbungen, Verfärbungen zwischen Blattadern. Wenn Sie diese sehen, erhöhen Sie CalMag.